Fr 27.11.

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81:31
Die Jahrhundertschlacht GESELLSCHAFT UND POLITIK, D, F 2019
Sommer 2018: Greta Thunberg wird zum weltweiten Phänomen und der ehemalige französische Fernsehökologe Nicolas Hulot tritt von seinem Posten als Umweltminister zurück. Eine Handvoll französischer Aktivisten beschließt ihre Kräfte zu bündeln und ihre Mitbürger wachzurütteln, denn wenn die Staaten bis Ende 2020 nicht umgelenkt haben, wird beim Klimawandel der Point of No Return erreicht sein. Mit ihrer Petition „L’Affaire du Siècle“ sammeln die Aktivisten über zwei Millionen Unterschriften. Sie gründen ein Hauptquartier für ihre Bewegung mitten in Paris: La Base. Die Klimaschutzbewegung mobilisiert in Frankreich 300.000 Personen zu Demonstrationen und organisiert die erste Aktion zivilen Massenungehorsams mit 2.000 Aktivisten, die Europas größtes Businesszentrum La Défense besetzen.Aber in Frankreich beherrscht auch eine andere Bewegung die Schlagzeilen: die Gelbwesten. Hinter den Kulissen nähern sich die Aktivisten von La Base und die Gelbwesten einander an – eine Kräftebündelung der sozialen und der Umweltbewegung. Ende Mai 2019 überschreiten einige deutsche und französische Aktivisten die politische Grenze und lassen sich zu Europaabgeordneten wählen.Zwischen Radikalität und Pazifismus versucht die Bewegung trotz interner Differenzen und Hinterfragungen den Schulterschluss zu wahren. Die Coronakrise lähmt die weltweite Jugendmobilisierung. Die Aktivisten ziehen Bilanz. Zwar haben sie den Kulturkampf in Europa gewonnen, aber der vom IPCC festgelegte Point of No Return wird im Sommer 2020 erreicht. Während ihrer 18 Monate andauernden Proteste haben die jungen Aktivisten einen Weckruf an die Welt gerichtet – relativ erfolglos.
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25:56
Magische Gärten DOKU-REIHE Kirstenbosch, F 2017
Der Botanische Garten Kirstenbosch liegt am Ende des afrikanischen Kontinents direkt vor der imposanten Silhouette des Tafelbergs. Er ist das Werk eines Visionärs. 1913 gründete der englische Botaniker Harold Pearson nahe bei Kapstadt einen botanischen Garten speziell zum Schutz der einheimischen Artenvielfalt, während sich botanische Gärten sonst meist exotischen Pflanzen widmen. Pearson pflanzte 7.000 verschiedene Arten aus allen Regionen des Landes an. Die Hochlagen des Gartens sind der endemischen Fynbos-Vegetation vorbehalten. In der Tat entwickelt sich der sehr artenreiche Fynbos im wilden Zustand nur in der Kapregion. Als weitere Besonderheit hat Kirstenbosch einen wilden Mandelbaum aufzuweisen: ein riesiges Exemplar aus der Familie der Silberbaumgewächse (Proteaceae). Diese Pflanzengattung symbolisiert ein dunkles Kapitel der Geschichte Südafrikas: die Apartheid. 1652 errichteten die Holländer ihre erste Kolonie am Kap, einen Versorgungshafen für die Handelsschiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Alsbald brachen Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung aus. Daraufhin ließ der Gouverneur der Kolonie, Jan van Riebeeck, eine „grüne Mauer“ aus wilden Mandelbäumen anlegen, die den Berg von oben bis unten wie ein Schutzwall überzogen. Doch nach dem Ende der Apartheid in Südafrika im Jahre 1994 verwandelte sich der Pflanzenzaun in einen Ort der Geselligkeit und des Spiels. Wenn jetzt dort Kinder auf die Bäume klettern, machen sie den wilden Mandelbaum zum Symbol der Hoffnung.
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43:13
Der vergessene Tempel von Banteay Chhmar DOKUMENTATION, D 2020
Tief im Dschungel Kambodschas, fernab ausgetrampelter Touristenpfade, schlummert ein Juwel aus der Khmer-Zeit: der Tempel Banteay Chhmar. Von Dschungelpflanzen halb verschlungen und von den Menschen lange vergessen beginnt ganz langsam die Wiederentdeckung der 800 Jahre alten Anlage. Dafür sorgt die Dorfgemeinschaft von Banteay Chhmar. Die Reisbauern des kleinen Ortes wagen ein für Kambodscha beispielhaftes Experiment: Fast ohne Hilfe von außen, nur aus eigener Kraft, kämpfen sie für den Erhalt und die Restaurierung ihres Tempels. Das ARTE-Team begleitet ein junges Ehepaar, das sich begeistert im Dorfprojekt engagiert. Für Sreymom und Sopeng ist der Tempel ein heiliger Ort, und den Respekt vor Buddha bringen sie auch ihren beiden kleinen Töchtern bei. Auf die Rolle als Hausfrau und Mutter will sich Sreymom aber nicht reduzieren lassen: Sie versucht auch beruflich erfolgreich zu sein und bewirbt sich an der Dorfschule als Lehrerin. Ihr Mann Sopeng ist Reisbauer und arbeitet nebenbei als Tempelführer für die wenigen Reisenden, die sich ins Dorf verirren. Zu entdecken gibt es viel: kunstvolle Khmer-Reliefs, die den Alltag der alten Hochkultur dokumentieren, düstere Tempeltunnel und überlebensgroße Gesichtertürme, die der weltberühmten Anlage von Angkor Thom in nichts nachstehen. Kultureller Höhepunkt des Dorfjahres ist Bon Om Tuk, das große Wasserfest. In Banteay Chhmar wird es ganz traditionell auf dem Wassergraben des Tempels ausgetragen. Auch der Dorfrat tritt mit einem eigenen Team an.
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53:39
70 Jahre Jugendrevolte ZEITGESCHICHTE (Folge: 2), F 2019
Der Underground-Jazz Ende der 1940er Jahre in Paris und der Rock’n’Roll im von Rassentrennung geprägten Amerika Mitte der 50er Jahre schufen Modelle, mit denen sich eine neue Generation identifizieren konnte. Britische Bands wie The Who oder die Rolling Stones packten ihre Wut in Songtexte, Independent-Filme gaben endlich auch den Frauen einen Platz und die niederländische Provo-Bewegung erfand das Happening und den Umweltschutz. Die 60er Jahre begleitete eine aufstrebende Gegenkultur vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs. Während der 70er Jahre nährte die Jugendrevolte die Kreativität, David Bowie stellte die Genderfrage, die Emanzipation brach mit dem Patriarchat, Disco befreite die Körper und bereitete den Weg für die LGBT-Kultur. Doch die Zeit des Wirtschaftswachstums war vorbei und die Massenarbeitslosigkeit beendete die Utopie. Die Punks brachten mit "No future!" alles zum Explodieren. In London ermuntern The Clash die Punkbewegung zum Schulterschluss mit jungen, aus Jamaika eingewanderten Reggae-Fans, um mit Diskrimination und Ungerechtigkeit aufzuräumen. Zu Beginn der 90er Jahre kristallisiert sich eine gespaltene Jugend heraus: gesellschaftlich integriert die einen, ausgegrenzt die anderen. Sie tanzen zu Hip-Hop, erfinden sich mit Techno und Ravepartys eine neue Traumwelt. Mit der massiven Verbreitung des Internets und den sozialen Netzwerken in den Nullerjahren kämpft die Jugend mit neuen digitalen Waffen. Von Osteuropa bis zur arabischen Welt bringen Jugendbewegungen Diktaturen zu Fall. All diese Kämpfe konzentrieren sich in den Protestbewegungen von heute: Klimawandel, LGBT, #MeToo und Black Lives Matter erfinden zwar nicht unbedingt neue künstlerische Formen, aber sie schaffen ein neues Verständnis für ihre Anliegen, die alle Generationen ansprechen.
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