
Michael Moores Filme sind kontrovers und weltweit erfolgreich: „Bowling for Columbine“ brachte ihm einen Oscar ein, mit „Sicko“ kritisierte er das amerikanische Gesundheitssystem und mit „Fahrenheit 9/11“ versuchte er den amerikanischen Präsidenten zu stürzen. Doch die Person hinter den Kulissen ist bisher ein Rätsel geblieben. Der kanadische Dokumentarfilm „Der Unruhestifter – Die seltsamen Methoden des Michael Moore“ von den beiden Kanadiern Debbie Melnyk und Rick Caine bietet nun erstmals Einblick in Leben und Arbeit des Filmemachers – mit brisanten Fakten und spannenden Hintergründen zu einer kontroversen Person. ORF 2 zeigt die Enthüllung des Enthüllers mit dem Titel „Der Unruhestifter – Die seltsamen Methoden des Michael Moore“ heute, Sonntag, dem 19. April 2009, um 23.00 Uhr in ORF 2 im „dok.film“.
Als Debbie Melnyk, eine Dokumentarfilmerin aus Toronto und erklärter Fan des amerikanischen Filmemachers Michael Moore – er wird am 23. April 55 Jahre alt – den Film „Bowling for Columbine“ über Amerikas paranoide Waffenkultur sah, ging ihr ein Licht auf. „An einer Stelle des Films heißt es, dass kein Mensch in Toronto seine Haustür verriegelt. Ich dachte mir: So ein Unsinn!“ Dass sie in weiterer Folge nicht nur ihre Zweifel bestätigt finden, sondern ihre Dokumentation über Moore zur Demontage eines gefeierten Idols geraten sollte, das ahnte sie damals nicht. Doch in Melnyks Film (Originaltitel: „Manufacturing Dissent – Uncovering Michael Moore“) wird ausgerechnet Hollywoods Lieblingsprovokateur und Vorreiter einer neuen, politischen Dokumentarfilmkultur der fehlenden Wahrheitsliebe überführt: Auch der Mann, der dem vermeintlich langweiligen Dokumentarfilm einen neuen Sex-Appeal verpasste, biegt sich in seinen Filmen die Realität nach eigenem Gutdünken zurecht.
Im Jahre 2003 gewann Michael Moore den Oscar für seine polemische Dokumentation „Bowling for Columbine“ und erklärte in einer denkwürdigen Ansprache dem US-Präsidenten Bush den Medienkrieg. Ein so profilierter linksengagierter Volkstribun wie Michael Moore bleibt im immer noch mehrheitlich konservativen weißen Amerika natürlich nicht lange ohne Widerspruch. Dennoch handelt es sich bei dieser „filmischen Abrechnung“ nicht um ein konservatives Pamphlet, sondern um eine satirische Analyse: Ein Angriff, ganz im Stil von Michael Moore.